< Infobrief Februar 2012
01.03.2012 00:00 Alter: 8 yrs
Kategorie: Infobrief Fachberater

Infobrief März 2012

Der Frühling meldet sich (zumindest vorübergehend) Bis zum Samstag soll es bis zu 17°C warm werden. Das ist ausreichend, um einmal die Völker kurz nachzusehen. Wo Futter fehlt, können Futterwaben von besser versorgten ausgetauscht werden.


Der Frühling meldet sich (zumindest vorübergehend)


Bis zum Samstag soll es bis zu 17°C warm werden. Das ist ausreichend, um einmal die Völker kurz nachzusehen. Wo Futter fehlt, können Futterwaben von besser versorgten ausgetauscht werden.  Futterwaben kann man an den Bienensitz, einseitig sitzende Völker in die Mitte rücken. Die Mäusegitter sind jetzt eher hinderlich (Pollenverlust)  und können entfernt werden. Es sollte nicht mehr so kalt werden, dass die Bienen sich nicht einer Maus erwehren können.


Leer gewordene Kästen werden abgeräumt oder man verschließt ihnen mindestens die Fluglöcher. Kästen, die bereits ausgeräubert werden, räumt man aus und läßts sie mit offenem Flugloch ein paar Tage stehen, bis sich alles beruhigt hat.


Nachschau eines zweiräumigen Volkes:

Deckel abnehmen, besetzte Waben abschätzen, Rauch geben.

Sind oben nur wenige Bienen zu sehen, bedeutet das: Das Volk sitzt unten oder es ist schwach. In ersterem Fall ist nichts weiter zu tun, als den Futtervorrat zu überprüfen. Es sollten jetzt noch 4-5 schöne Futterwaben vorhanden sein.


Sind bereits unter dem Deckel viele Bienen zu sehen und viele Wabengassen besetzt, bedeutet das: Das Volk sitzt oben und die untere Zarge ist meist leer.  In diesem Fall wird das untere Magazin entfernt, das obere Magazin mit dem Volk auf den Boden gesetzt. Evtl. Flugloch weiter einengen. Der Gitterboden wird geschlossen, was ich übrigens bei allen Völkern in der 2. Winterhälfte mache. Oben sitzende Völker leiden oft an Futternot. Deshalb sitzen sie ja oben, denn der Bienensitz geht immer dem Futter nach. Ist er am Deckel angekommen, ist Ende der Fahnenstange und es bleibt, wenns gut geht, nur noch die eine oder andere Randwaben als Reserve. Also unbedingt Futterwaben zuhängen oder wenn nicht vorhanden, füttern. Das geht jetzt nur mit konzentriertem Sirup (Apiinvert) in einem bienennahen Futtergeschirr (mit niedrigem Aufstieg oder Konservenglas mit durchlöchertem Deckel). Was für oben überwinterte Völker gilt, gilt auch für einräumig überwinterte. Zargentausch bei obensitzenden Völkern ist grundsätzlich abzulehnen. Das ganze Jahr über bietet sich keine so gute Gelegenheit mehr, die schwarzen Waben des unteren Raumes heraus zu bekommen. Diese Kontrollen nehmen meist kaum eine Minute, im äußerten Fall nur wenige Minuten in Anspruch.


Ein pausenlos und laut brausendes Volk ist weisellos. Es kann mit einem anderen, durchaus auch schwächeren Volk vereinigt werden. Zeitungspapier auflegen, einige Schlitze einstechen, etwas kandierten Honig drauf schmieren und 2. Volk aufsetzen - fertig.


Egal ob gut oder knapp versorgt: Fütterung ist jetzt kein Fehler. Ein steter Futterstrom wirkt sich positiv auf die Volksentwicklung aus. Wer hat nicht noch den einen oder anderen Kübel mit älterem Honig auf Lager? Jetzt bietet sich eine gute Gelegenheit ihn sinnvoll einzusetzen. Ein niedriges Deckelfuttergeschirr füllt man mit einigen Pfund des kandierten Honigs. Obendrauf eine Lage Zeitungspapier, eine Handvoll Hobelspäne oder Laub, damit die Bienen nicht im erweichenden Honig verkleben. Eine Abdeckung des gesamten Futterdeckels mit einer Dämmplatte staut die Wärme und ermöglicht den Bienen, selbst bei unwirtlicher Witterung, das Futter abzunehmen. Selbstverständlich kann kandierter Honig auch in Futtertaschen verabreicht werden.


Diese Empfehlungen gelten für das Rheintal, in höheren Lagen entsprechend zeitlich versetzt. Aber auch dort hat es, wie man hört, schon schöne Flugtage gegeben. Größere Eingiffe sollten nicht vor der Weidenblüte erfolgen.


Verkotete Flugfronten


Dieses Frühjahr beobachtet man häufiger, dass die Bienen beim ersten Reinigungsausflug stark abgekotet haben, zum Teil sogar im Stock. Selbst auf den Gemülleinlagen unter den Diagnosegittern finden sich z.T. Kotspuren. Da diese stark infektiös sein können, sollte man bei nächster Gelegenheit die verkoteten Waben austauschen. Mögliche Ursachen können Darmparasiten oder unverträgliches Winterfutter sein. Manche Völker brüten schon lange und mussten bei den tiefen Temperaturen z.T. Differenzen von über 40°C ausgleichen (außen -12°, innen +35°C). In Verbindung mit dem hohen Futterverbrauch, besonders brütender Völker (bis 400g/Tag), kann das zu einer außergewöhnlichen Darmbelastung geführt haben. Proben solcher Völker (ca. 100 Bienen, Futterwabenstück vom Rand des Bienensitzes, ca. 5x5 cm ) können zur Abklärung der Ursachen an die staatlichen Untersuchungsstellen geschickt werden:

Regierungsbezirke Karlsruhe und  Freiburg: Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg, Am Moosweier 2, 79108 Freiburg

Regierungsbezirke Stuttgart und Tübingen: Staatl. Tierärztliches Untersuchungsamt Aulendorf, Löwenbreitestr. 18/20, 88326 Aulendorf


Rodung von Bienenweide

Gegen Ende des Monats gehen vermehrt Klagen von Imkern ein, dass Hecken, die auch als Bienenweide dienen, zurückgeschnitten oder sogar gerodet werden. Das liegt daran, dass starke Rückschnitte und auf den Stock setzen aus Gründen des Tierschutzes nur noch bis Ende Februar erlaubt sind (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz in der Fassung vom 29. Juli 2009 ) und dann wieder ab 1. Oktober. Hierzu sollten die Imker vor Ort das ständige Gespräch mit den Landwirten, den Gemeinde- und Stadtverwaltungen, aber auch mit den Naturschutzverbänden suchen. Manche Eingriffe in den Baum- und Heckenbestand können durchaus zur Verjüngung und später sogar zur Verbesserung der Blüte führen. Die schlagartige Rodung großer Bestände ist vom Naturschutzgedanken her sicher ungünstig. Andererseits werden die Verantwortlichen immer die kostengünstigsten Lösungen vorziehen. Im Gespräch und vielleicht auch durch tätige Mithilfe, kann hier in vielen Fällen eine vollständige Rodung in eine Teilrodung oder in den selektiven Rückschnitt einzelner Pflanzen umgewandelt werden. Nur, wenn die Motorsägen bereits kreischen, ist es für ein Gespräch meist schon zu spät. Diese Probleme gehören eigentlich das ganze Jahr über, besonders aber vor Winterbeginn, angesprochen. Es muss für das gegenseitige Verständnis geworben werden, manchmal auch um das Verständnis mancher Imker, die zunächst erst einmal die umgesägten Weiden und Haselnusshecken sehen. Doch Hand aufs Herz: Wieviele Weidenstecklinge haben Sie dieses Winterhalbjahr schon ausgebracht? Bis zur Abblüte der frühen Arten wäre noch Zeit, Stecklinge anzuziehen.

Mehr dazu unter : http://www.landlive.de/boards/thread/20324/page/2/


Hohenheimer Tag am 11.März 2012

Immer am 2. Märzsonntag ist Hohenheimer Tag. So auch wieder am Sonntag, den 11. März. Auf die Besucher wartet ein sehr umfangreiches und interessantes Programm:


https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/hohenheimer_tag 

 

Veranstaltungskalender im Internet

Die Nutzung des Internet durch die Imker wird vielfach noch unterschätzt. Eine Umfrage beim letzten Anfängerkurs an der Badischen Imkerschule Oberentersbach ergab, dass 100% der Teilnehmer Zugang zum Internet haben. Gerade Jungimker versuchen über das Internet zu Informationen zu kommen. Zu den wichtigsten gehören die Veranstaltungstermine in der Region. Leider nutzen aber immer noch nur wenige Imkervereine den elektronischen Veranstaltungskalender des Landesverbandes Badischer Imker. Gleich auf der Startseite der LV-Homepage bekommt man in dem kleinen Kalender in der rechten Spalte die Tage mit Imkerveranstaltungen angezeigt. Sie sind gelb unterlegt und klappen per Mauszeiger ein kleines Fenster auf, in dem die Veranstaltungsorte stehen. Man sieht also sofort, wo etwas los ist. Ein Doppelklick auf das Datum öffnet eine Tabelle mit detaillierten Angaben. Hier können auch Veranstaltungstermine neu eingegeben werden. Bitte machen Sie regen Gebrauch davon - machen Sie das Internet zum Imkernet.

 

 


Mit freundlichen Grüßen
Armin Spürgin
Fachberater für Imkerei

Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum
Veterinär- und Lebensmittelwesen
Postfach
79095 Freiburg
oder
Bertoldstraße 43
79098 Freiburg

Telefon: 07 61 / 2 08 - 12 85
FAX:    07 61 / 2 08 - 12 36
Mobil: 01 75 / 7 24 82 00  


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