< Infobrief Juli 2013
07.08.2013 00:00 Alter: 6 yrs
Kategorie: Infobrief Fachberater

Infobrief August 2013

An den meisten Standorten können die Bienen abgewandert werden. Sie sollten unverzüglich abgeerntet und gegen Varroa behandelt werden. Zu einer bienenverträglichen Behandlung sind aber einige Punkte zu beachten.


» Waldtracht oder Varroabekämpfung
Die meisten Stockwaagen im Schwarzwald nehmen ab. Nur wenige zeigen noch Zunahmen, sehr selten über 1 kg. Das angekündigte Regengebiet wird die noch ergiebigen Standorte weiter reduzieren. An den meisten Standorten können die Bienen abgewandert werden. Sie sollten unverzüglich abgeerntet und gegen Varroa behandelt werden. Zu einer bienenverträglichen Behandlung sind einige Punkte zu beachten:

  1. Im zweiten Magazin darauf achten, dass keine Brutwaben in der Mitte hängen und wenn doch, dann nur solche mit einem breiten Futterkranz (5-10 cm).
  2. Mit einem Futterstoß von mindestens 5 Liter Sirup dafür sorgen, dass um das Brutnest Futter eingelagert wird.
  3. Die Verdunster (Liebigdispenser oder Nassenheider Professional) frühmorgens einsetzen, wenn es noch kühl ist. Mit steigender Tagestemperatur gewöhnen sich die Bienen langsam an die Säuredämpfe und ziehen sich auf eine gefahrlose Entfernung zurück.


Die empfohlene Dosierung im Liebigdispenser mit der Ameisensäure 60%ad us.vet. ist folgendermaßen:

EinzargerZweizarger
1. Behandlung90 ml140 ml
2. Behandlung140 ml200 ml

 

Die Dosierung mit dem Nassenheider Verdunster Professional erfolgt nach Gebrauchsanweisung. Alle weiteren Informationen sind dem neuen Faltblatt zum Varroa-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg zu entnehmen, das über die Vereine an alle Mitglieder verteilt wurde. Es ist auch nachzulesen unter: https://www.unihohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/bienenkunde/Downloads/Imker/Behandlungskonzept_BW_2013.pdf

 

Das Varroose-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg 2013 finden Sie hier auf unserer Homepage unter der Rubrik  Fachressort - Gesundheit - Verordnungen als Download!


Achtung !
Am Wochenende, 10./11. August, dürften laut Wetterbericht besonders günstige Bedingungen für die Ameisensäurebehandlung herrschen
!

Für die Imker die ihre Bienen noch im Wald haben oder Melezitosewaben umtragen lassen, gilt das im Juli-Infobrief empfohlene Vorgehen: Diagnose und sofortiges Abwandern bzw. Behandeln der Völker mit erhöhtem Milbenbefall! Damit rettet man seine und die Bienen der Nachbarimker! Die Milbenzahlen steigen z. Zt. in den Völkern, auch nach geringem Anfangsbefall, dramatisch an! Jedem muss klar sein, dass stark vermilbte Völker auch keinen Honig mehr bringen! Dass nach Trachtende, unabhängig vom Milbenbefall, unverzüglich abgewandert wird, ist eine Selbstverständlichkeit. Wo es nicht mehr honigt ist auch nicht mehr mit einer Erholung der Tracht zu rechnen.


» Melezitosehonig
Dieses Jahr wird nicht nur durch seinen langen Winter und das nasskalte Frühjahr bis in die erste Sommerhälfte in die Geschichte eingehen, sondern durch die weite Verbreitung des Melezitosehonigs. Weil viele Imker erstmalig davon betroffen waren, merkten sie es oft erst, als die Waben bereits in der Schleuder standen. Extrembeispiel: Ein Jungimker schleuderte 2 Magazine mit Honigwaben. Ergebnis: 2 Pfund Honig. Mein Fachberaterkollege vom Regierungspräsidium Tübingen, Remigius Binder, hat in seinem letzten Infobrief alles wesentliche zu diesem Thema zusammen gestellt, weshalb ich ihn hier mit beilege. Das Thema wird uns sicher noch einige Wochen und Monate in den Diskussionen und Fachbeiträgen der Imkerzeitungen beschäftigen. Jeder hofft auch, dass es bis zur nächsten Melezitosetracht wieder Jahre dauert. Dann sind die guten Ratschläge meist wieder vergessen. Also bitte die entsprechenden Beiträge kopieren und abheften, damit man sie im Notfall (der lange auf sich warten lassen möge) hervor holen kann.


» Letzter Infobrief 2013
Aus gesundheitlichen Gründen muss ich eine längere Pause einlegen. Deshalb wird es den nächsten Infobrief voraussichtlich erst wieder im Neuen Jahr geben. Ich empfehle in dieser Zeit den Infobrief bienen@imkerei zu lesen. Viele habe ihn ohnhin schon lange abonniert. Er entsteht in Zusammenarbeit mit mehreren Instituten u.A. auch mit unserer Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim und gibt zeitnahe Ratschläge zur Imkerei, wobei besonders die Empfehlungen zur Varroabekämpfung beachtet werden sollten.
Hier kann man bienen@imkerei abonnieren und alle alten Ausgaben nachlesen:
http://www.bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlrwebfull.xsp?src=W9KQ0X63F9&p1=582YJ43X4F&p3=3EJ6R9TL7L&p4=XF10F330RV

 

Mit freundlichen Grüßen 

Armin Spürgin
Fachberater für Imkerei

Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum
Veterinär- und Lebensmittelwesen
Postfach
79095 Freiburg
oder
Bertoldstraße 43
79098 Freiburg

Telefon: 07 61 / 2 08 - 12 85
Fax:      07 61 / 2 08 - 12 36
Mobil:    01 75 / 7 24 82 00  

armin.spuergin(at)rpf.bwl.de



Bei Herrn Spürgin möchten wir uns recht herzlich für die vielen Infobriefe bedanken, die wir hier auf unserer Homepage veröffentlichen durften. Im Namen des Landesverbandes und der gesamten Imkerschaft wünschen wir eine gute Besserung.

Landesverband Württembergischer Imker e. V
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