< Infobrief Januar 2014
21.01.2014 00:00 Alter: 6 yrs
Kategorie: Infobrief Fachberater

Infobrief Januar 2014 Nachtrag

Im Rahmen der Umfrage meldeten sich einige Imker, die verstärkten Totenfall, bis zum Totalausfall einzelner oder mehrerer Völker festgestellt haben.


» Schnelltest für Totenfall
Im Rahmen der Umfrage meldeten sich einige Imker, die verstärkten Totenfall, bis zum Totalausfall einzelner oder mehrerer Völker festgestellt haben. Damit die toten Bienen nicht einfach weggeworfen werden und über die Ursachen spekuliert werden muss, hier folgende Empfehlung:

In ein Twist-Off-Glas (mind. ½ Liter Inhalt) eine gute Handvoll Bienen geben. Glas zu 2/3 mit Wasser füllen und einen Spritzer Spülmittel dazu geben. Deckel schließen. Glas eine Minute tüchtig schütteln.
Alles über einem Ausguss in ein Honig-Doppelsieb schütten und die Bienen mit einem kräftigen Wasserstrahl gründlich abbrausen.
Feinsieb auf Milben kontrollieren. Das gibt zunächst einen groben Überblick. Wer den Milbenbefall genau bewerten will, muss die Bienen abmessen. Dazu verwendet man einen Urinbecher (100 ml; Randvoll knapp 150 ml), wie er auch bei der Puderzuckerdiagnose eingesetzt wird. Der Becher wird randvoll aber locker mit Bienen gefüllt (ca. 50 g trockene Bienen = ca. 500 Bienen). Nach dem Auswaschen und Aussieben dieser Bienenmenge gilt folgende Faustregel:
Mehr als 20 Milben im Feinsieb = Die Bienen wurden ggf. unzureichend gegen Varroamiben behandelt (zu geringe Wirkung?, Restbrut?, Reinvasion?). Deutlich weniger als 20 Milben im Feinsieb = Die Bienen könnten auch an anderen Faktoren erkrankt sein. In diesen Fällen kann eine Untersuchung durch unsere Veterinär-
Untersuchungsämter sinnvoll sein.

Regierungsbezirke Freiburg und Karlsruhe:

CVUA Freiburg - Tierhygiene
Am Moosweier 2
79108 Freiburg

Regierungsbezirke Stuttgart und Tübingen:
Staatl. Tierärztliches Untersuchungsamt Aulendorf
Löwenbreitestr. 18/20
88326 Aulendorf

 

Hintergrund:
Selbst bei grünlicher Inaugenscheinnahme der toten Bienen, sind kaum Varroamilben zu entdecken. Sie stecken tief zwischen den bauchseitigen Hinterleibsringen verborgen und auch durch die bienenähnliche Farbe nur schwer auszumachen. Selbst die Einzeluntersuchung der Bienen unter einem Binokular wäre viel zu aufwendig. Die Spülmittellauge löst die Milben von den Bienen, sodass sie sich mit einem harten Wasserstrahl gut auswaschen lassen.


 

Mit freundlichen Grüßen 

Armin Spürgin
Fachberater für Imkerei

Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum
Veterinär- und Lebensmittelwesen
Postfach
79095 Freiburg
oder
Bertoldstraße 43
79098 Freiburg

Telefon: 07 61 / 2 08 - 12 85
Fax:      07 61 / 2 08 - 12 36
Mobil:    01 75 / 7 24 82 00  

armin.spuergin(at)rpf.bwl.de

 


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