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24.02.2014 00:00 Alter: 6 yrs
Kategorie: Infobrief Fachberater

Infobrief Februar 2014

Die ersten Salweiden und Wild- und Zierobstgehölze im Rheintal beginnen zu blühen oder deren Blüte steht unmittelbar bevor. Ideal wäre es, wenn das derzeitige Wetter noch ein paar Wochen so weiter macht.


» Winter ade - aber noch kein Frühling in Sicht
Wenn der Februar vorbei ist, verliert der Winter zumindest seine Härte. Was nicht heißen soll, dass es nicht noch einmal kurze Zeit heftig kalt werden kann. Insbesondere Nachtfröste können bis Mitte Mai immer noch einiges kaputt machen. Diese Gefahr besteht jetzt umso mehr, als die Pflanzen schon kräftig am Austreiben sind. Die ersten Salweiden und Wild- und Zierobstgehölze im Rheintal beginnen zu blühen oder deren Blüte steht unmittelbar bevor. Den Bienen sollten Kälterückschläge nicht viel ausmachen. Ideal wäre es, wenn das derzeitige Wetter noch ein paar Wochen so weiter macht: Nicht zu kalt aber warm genug, damit sich die Bienen innerhalb des Stockes bewegen, das (teils kandierte) Futter aus der Peripherie in den brutnahen Bereich umtragen und hin und wieder zum Wasser holen ausfliegen können.

» Futtervorrat kontrollieren - ggf. ergänzen
Die nächsten Tage sollen warm genug werden, um einmal die Futtervorräte zu kontrollieren. Insbesondere Einetager könnten gefährdet sein, denn sie können aus Platzmangel nicht genügend Winterfutter speichern, wenn dazu noch ein starkes Volk im Kasten sitzt. Aber auch bei einem zweiräumigen Volk kann der Vorrat nach einem so warmen Winter einmal knapp werden. Was noch hinzu kommt ist, dass viele Völker auf Melezitosehonig sitzen. Hier sollte man kontrollieren, ob das Futter um den Bienensitz auch unter der Verdecklung flüssig ist. Ist es kandiert oder gar steinhart, sollte unbedingt flüssig zugefüttert werden, um den Bienen die Futteraufnahme zu erleichtern, wenn es noch einmal, und sei es nur für kurze Zeit, richtig kalt werden sollte. Gleiches gilt natürlich auch für Völker mit Futtermangel. Der Futtervorrat sollte mindestens 2 vollverdeckelte Randwaben und 5-10 cm breite Futterkränze umfassen. Zum Füttern eignet sich am besten Futtersirup, den man bienennah verabreicht. Das geht ganz gut mit einem niedrigen Futtergeschirr. Beim Befüllen legt man eine kleine Sirupspur in den Aufsteig, damit die Bienen merken, dass es da was zu holen gibt. Eine Isolierauflage auf den Futterdeckel staut die Stockwärme und ermöglicht den Bienen die Futterabnahme auch bei kühlerem Wetter. Gut funktioneriert auch ein Futterglas (Twist-Off-Glas mit durchlöchertem Deckel). Es wird einfach auf das mittige Loch in der Abdeckfolie gestürzt. Ist das Glas zu schmal und wacklig, schneidet man eine entsprechend dicke Dämmstoffplatte auf das Innenmaß eines Leermagazines zu. Ein passendes Loch in der Mitte fixiert das Glas und hält die Wärme im Stock. Da schwach mit Futter versorgte Bienen immer oben sitzen, kommen sie auch sehr gut an die Futteröffnungen, fast unabhängig vom Wetter, wenn es nur Plusgrade hat. Um das Futterglas muss natürlich ein Leermagazin mit dem Beutendeckel gestellt werden, das man auch ein wenig auspolstern kann. Je nach Fehlmengen sollten mindestens 3-5 Liter Sirup zügig verabreicht werden.


» Melezitosewaben verwerten
Wer seine Melezitosewaben nicht zum Schleudern umtragen lassen will, kann sie auch zur Futterergänzung im Frühjahr einsetzen. Allerdings sollten die Bienen zunächst immer flüssiges Futter vorrätig haben und möglichst täglich fliegen können um sich das zum Lösen des Honigs nötige Wasser holen zu können. Man hängt die Waben außen an den Bienensitz. Später im Frühahr, wenn die Völker weiter entwickelt und die Temperaturen angestiegen sind, kann man die eine oder andere Wabe auch mal mitten in den Bienensitz geben. Das wird aber noch einige Wochen dauern. So kann man kleinere Bestände an Melezitosewaben verwerten und für Notzeiten nutzen, wenn andere Imker auf Zuckerfütterung zurückgreifen müssten.

 

» Leere Kästen abräumen
Bei der Kontrolle des Futters fallen evtl. auch leer gewordene Kästen auf, die man wegräumen kann. Sollte aber gerade eine Räuberei stattfinden, räumt man die Beute leer, lässt sie aber am Platz stehen. Würde man sie einfach wegräumen, stürzten sich die Räuberbienen auf das nächste Volk, das sich um diese Jahreszeit kaum wehren kann, auch wenn es soweit in Ordnung und stark ist. Die Waben eingegangener Völker werden eingeschmolzen, die Futterwaben, soweit nicht verkotet, mottensicher aufbewahrt.


» Weiden vermehren
Mit Ausnahme der Salweiden lassen sich alle Weiden mit Stecklingen vermehren. Mit früh blühenden Sorten kann man das auch noch unmittelbar nach oder bei abgehender Blüte machen. Merken Sie sich also in nächster Zeit schön blühende Bäume oder Hecken und schneiden Sie sich zu gegebener Zeit einige Steckhölzer, die mindestens Kleinfingerstärke und 30 cm Länge haben sollten. In einem vorbereiteten Beet steckt man sie seitenrichtig in die Erde, dass 1-2 Augen oben herausschauen. Hält man sie übers Jahr tüchtig feucht, kann man im nächsten Winter bereits bewurzelte Weiden auspflanzen. Mit einem Pfahl fixiert können sich solche Pflanzen meist besser behaupten, als direkt eingebrachte Steckhölzer.


» Schulimkerei
Auf Empfehlung meines Kollegen Jens Radtke vom Länderinstitut Hohenneuendorf mache ich mit beiliegender PDF-Datei auf eine Buchveröffentlichung aufmerksam, die alle Vereine und Imker interessieren könnte ,die sich an Schulen engagieren oder mit Kindern und Bienen arbeiten.


Leitfaden: Die Schulimkerei




Mit freundlichen Grüßen 

Armin Spürgin
Fachberater für Imkerei

Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum
Veterinär- und Lebensmittelwesen
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oder
Bertoldstraße 43
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