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04.07.2018 22:00 Alter: 260 days
Kategorie: Infobrief Fachberater

Infobrief Juli 2018


Trachtsituation/-aussichten?

(Freiburg i.Brsg., bbk) Die erste reichliche Blütenhonigernte ist schon längst geschleudert, vielfach
gab es noch eine zweite ebenfalls üppige aus Linde und / oder Edelkastanie. Seit einigen
Tagen, teilweise bereits seit zwei Wochen „schnüffeln“ Bienen in der Nähe von Zargenstapeln.
Ein sicheres Zeichen, dass Bienen nichts oder sehr wenig finden.
Nur in Regionen in denen Springkraut und Goldrute vorkommen, kann in einigen Wochen eventuell
noch nennenswert Nektar für die Einwinterung eingetragen werden, vielleicht auch noch
vom Weißklee (auf Viehweiden und kurz geschorene Rasenflächen; Achtung hoher Wassergehalt!),
so dass eventuell die Einfütterungsmenge reduziert werden kann.
Überraschenderweise sind seit vorletzter Woche, bisher (noch?) kleinräumig, im mittleren
Schwarzwald die Blätter unterhalb von Weißtannen verspritzt, vorwiegend in mittleren Lagen.
Allerdings nicht bei jedem Baum in den betroffenen Regionen. Beim Klopfen konnte ich zudem
nur wenige Buchneria (Grüne Tannenrindenlaus) zählen, fünf war das höchste. Neben größeren
Tropfen findet man auch viele kleine. Daraus kann man schließen, dass auch noch junge Läuse
beteiligt sind. Ob das ausreicht, dass die Honigtauproduktion zunimmt, eine Tracht einsetzt oder
anhält?

Wie sich diese Trachterwartung weiter entwickelt, lässt sich momentan nicht vorhersagen. In
den vergangenen Tagen herrschten heiße, warm-windige Wetterbedingungen, auch morgens
und abends vor. Das ist schlecht für das Einsammeln des Honigtaus, er trocknet schnell ein. Die
Trachtwaagen zeigen momentan auch fast keine Zunahmen. Spätestens am Donnerstag soll es
durchgehend regnen. Nachfolgend wird sich dann heraus stellen, ob oder wie es weiter geht.
Den Imkern, die „ihre“ Tannentrachtstandorte anwandern möchten, sei daher dringend geraten,
sich zu vergewissern, wie es im „Revier“ aussieht, ob es wirklich nennenswert honigt und vor
allem, ob Ihre Völker die erforderliche Trachtstärke haben und geringen Milbendruck aufweisen
(s.u.). Nutzen Sie die bekannten Trachtbeobachtungsmethoden (Papier auslegen, klopfen), bevor
sie ihre Völker ins Ungewisse verstellen und diese ohne ausreichenden Honigtaueintrag
darben.

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Bruno Binder-Köllhofer
Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum
Veterinär- und Lebensmittelwesen
Bertoldstraße 43
79098 Freiburg

Telefon: 07 61 / 2 08 - 12 85
Mobil: 01 75 / 7 24 82 00
Email: bruno.binder-koellhofer(at)rpf.bwl.de
Fax: 07 61 / 2 08 - 1399
Telefonische Erreichbarkeit: Am sichersten am Dienstag von 8.30 bis 12 Uhr,
gerne auch an anderen Tagen.


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